Redaktion der Kölnischen Rundschau wird eingestampft
Der Heinen-Verlag stellt die Kölnische Rundschau und die Bonner Rundschau ein. Jedenfalls als eigenständiges journalistisches Produkt. Was bleibt, sind die „Marken”. Mit anderen Worten: man veräppelt die Leser.
Der DJV-NRW berichtet:
Erst gestern hatte die Belegschaft der Kölnischen Rundschau eine kurzfristige Einladung zur Belegschaftsversammlung erhalten, auf der ihnen heute mitgeteilt wurde, dass sie alle ihre Kündigung erhalten, bis Ende März weiterarbeiten sollen, um dann freigestellt zu werden. Die Marke „Kölnische Rundschau“ — ebenso die Marke „Bonner Rundschau“ — sollen erhalten bleiben und werden künftig vom „Kölner Stadtanzeiger“ produziert. Eine eigenständige Rundschau-Lokalredaktion wird es nicht mehr geben.
Der Heinen-Verlag zieht nach 80 Jahren einen Schlussstrich unter seine publizistischen Aktivitäten. Diese hatten mit der ersten Ausgabe der Kölnischen Rundschau am 19. März 1946 begonnen. Der Heinen-Verlag gibt auch seinen 50-Prozent-Anteil an der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) in Köln an DuMont ab. Die RRG produziert seit 2014 für die Rundschau und den Kölner Stadt-Anzeiger die gemeinsamen Umlandausgaben. Bereits 1999 hatte DuMont das Verlagsgeschäft der Rundschau übernommen.
Der DJV-NRW appelliert an das Medienhaus DuMont, seiner publizistischen Verantwortung gerecht zu werden und für Nordrhein-Westfalens größte Stadt eine zweite unabhängige Lokalredaktion zu erhalten. „Wo die Konkurrenz fehlt, leidet die Qualität und die Medien- und damit Meinungsvielfalt“.
Die Meinungsvielfalt leidet nicht. Sie ist nicht mehr gegeben, wenn es nur eine Zeitung gibt.
