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Wie die KI-pokalypse aussehen könnte

Ich bin in Diskussionen zu KI immer ziemlich kritisch und werden dann oft gefragt wieso. Meine Antwort, seit einiger Zeit, ist dann meistens, dass das größte Problem mit KI die Tatsache ist, dass die Menschheit zusehends verblödet. Ich werde dann oft als viel zu pessimistisch dargestellt und mir wird gesagt, dass sich die Zeiten nun mal ändern und wir uns nur anpassen müssen. Ich sehe das aber anders. Ich stelle fest, dass meine Interaktionen mit Firmen, und zum Teil auch schon mit Ämtern, immer öfter in unlösbaren Problemen münden, die allein deswegen unlösbar sind, weil die Gegenseite komplett inkompetent agiert. Die Menschen, die da arbeiten, können zum Teil die einfachsten Aufgaben nicht mehr bewerkstelligen und selbst rudimentäre Organisation stellt ein unüberwindbares Hindernis dar.

Was aber noch viel schlimmer ist, sind die Tatsachen, die mir Bekannte berichten, die an Universitäten arbeiten und lehren. Studenten schreiben nicht nur Bewerbungen und Kursaufgaben mit KI, sie schicken nun auch schon per LLM geschriebene Krankmeldungen an ihre Chefs und entfernen nicht mal die Einleitung von ChatGPT, die jedem sofort sagt, wo der Text generiert wurde. Und dann kommen Berichte wie der von Andreas Bulling, Professor für Mensch-Computer-Interaktion und Kognitive Systeme an der Uni Stuttgart:

Bei uns an der Uni sind vorlesungsbegleitende Übungen, Fachpraktika und Seminare effektiv tot. Ob Programmieraufgaben, Übungsblätter oder Textarbeit — der Anteil an KI-generierten Abgaben liegt (geschätzt, denn genau sagen kann man das nie) zwischen 90% und 100%. Studis lassen ganze Bachelor- und Master-Arbeiten von KI erstellen. Code und Ausarbeitung sowieso, aber auch inklusive der ebenfalls notwendigen Vortragsfolien. Wir hatten den ersten Studi, der im persönlichen Betreuungsgespräch (keine Prüfung!) nicht mal mehr selbst geantwortet hat. Der hatte währenddessen ChatGPT offen und hat unsere Fragen einfach weitergereicht und uns die Antworten vorgelesen. Ohne Scham. Stellt man diesen Studis nur eine Nachfrage, z.B. zu ihrem Code — keine Antwort/Ahnung.

Wir bilden insofern gerade eine Generation von Studis aus (bzw. die sich selbst), die keine Kompetenz hat und nichts genuin kann, d.h. keine auf Wissen und Verständnis basierte Expertise, außer eine KI zu bedienen. Die ersten dieser Studis gehen jetzt in den Arbeitsmarkt. Der oben genannte mit ChatGPT ist anscheinend bei der Deutschen Bank untergekommen. Die Leute arbeiten dort vermutlich genau so weiter, werden irgendwann auch Chef:in. Erwarten von ihren Mitarbeitenden dann auch nichts anderes. Das ist eine Katastrophe.

Nur für eine Gruppe von Leuten nicht. Nämlich die, die jetzt diesem Trend entgegengehen und es schaffen, sich wirklich selbst Dinge zu erarbeiten, zu verstehen und zu durchdenken, und auf dieser Basis auch Neues zu erschaffen. Meine Erwartung/Vorhersage: Diese Leute werden in nicht allzu ferner Zukunft hart umworben werden, sich jeden Job aussuchen können und sehr gut bezahlt werden. Alle anderen, befürchte ich, werden mit ihren selbstgewählten Inkompetenz in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn KI keine „ausgeklügelten“ Prompts mehr braucht.

Ich bin zwar kein Professor, aber ich stimme dieser Einschätzung weitestgehend zu. Wenn diese Blase platzt, wird ein ganz böses Erwachen auf uns zukommen. Je länger das jetzt so weitergeht, desto schlimmer wird uns diese KI-pokalypse treffen. Die Generation die jetzt wegen dieser „Errungenschaft der Technik“ wichtiges Können nicht erwirbt, weil sie es für unwichtig hält, tut mir wirklich leid.

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